Rundbrief August 2016

Gesundheitszentrum Kobanê vor Inbetriebnahme!


Wir freuen uns, dass wir über die bevorstehende Inbetriebnahme des Gesundheitszentrums (GZ) in Kobane (Rojava/Nordsyrien) berichten können!

Dr. A., Mitglied unserer Initiative aus Düsseldorf, hat kürzlich das Gesundheitszentrum in Kobanê besucht. Er hat uns ganz herzliche Grüße von Dr. Nassan Ahmad übermittelt, dem ärztlichen Leiter des Gesundheitszentrums. Als Vertreter des „Kurdischen Roten Halbmonds“ („Heyva Sor“) ist Dr. Ahmad hauptverantwortlich für den Betrieb des Gesundheitszentrums. Das von 177 internationalen Brigadisten der ICOR erbaute Zentrum wurde von „Medizin für Rojava“ mit medizinischen Geräten ausgestattet. Der Schwerpunkt soll Geburtshilfe, Kinder- und Frauenheilkunde werden. Inzwischen kehren immer mehr Menschen in diese Stadt zurück. Sie haben den Wunsch und das Vertrauen, ihre Stadt wieder aufzubauen und dort in Frieden zu leben.

 

Ein großer Dank an alle Spender und Helfer. Machen Sie weiter!

 

Mit Ihrer Hilfe konnte „Medizin für Rojava“ zu diesem Erfolg beitragen. Wir mussten mit Schwierigkeiten fertig werden wie dem Boykott der Erdogan-Regierung (er schloss die Grenze für Hilfsgüter) und seine Unterstützung durch deutsche staatliche Behörden.

 

Schon länger verlangen „Medizin für Rojava“ und andere Organisationen einen humanitären Korridor nach Rojava. Das wäre ein wirksamer Schritt zur Bekämpfung von Flüchtlingsursachen!

Das Gesundheitszentrum von Kobanê ist ein Symbol für gelebte internationale Solidarität und eine große moralische Unterstützung für die Menschen in Rojava.

Rojava ist ein Zukunftsmodell für den Nahen Osten, das in unseren Medien nur gelegentlich Beachtung findet. Dank an alle für die vielen Spenden, praktische Unterstützung und vielfältige aktive Mitarbeit in den vergangenen Monaten. All das wird jetzt weiter gebraucht!

 

 

Dr. A. zu Besuch in Kobanê: „Die gespendeten Geräte sind im Gesundheitszentrum installiert und funktionieren!“

 

Dr. A. war bis zur Zerstörung Kobane’s durch die faschistische Armee des „IS“ im Jahr 2014 viele Jahre als Chirurg und Orthopäde in Kobanê tätig. Vor kurzem hat er Kobanê und dem Gesundheitszentrum einen Besuch abgestattet. Über seine Erfahrungen sprach er mit Willi Mast.
 

? Ist das Gesundheitszentrum inzwischen fertig gestellt?

Dr. A.: Das Gesundheitszentrum ist komplett fertig. Es ist beeindruckend, was beim Aufbau geleistet wurde. Die gespendeten Geräte von Medizin für Rojava sind installiert und funktionieren. Der Schwerpunkt des Gesundheitszentrums wird auf dem Bereich Kinder, Gynäkologie und Geburtshilfe liegen. Das ist gut, weil viele Menschen nach Kobanê gekommen sind und viele Kinder geboren werden, etwa 20 jeden Tag! Ihr werdet bald die ersten Fotos davon erhalten.

 

? Wie ist derzeit die Situation in Kobanê?

Dr. A.: Es ist friedlich in Kobanê und es geht trotz aller Schwierigkeiten aufwärts. Durch die Kämpfe gegen den IS in der Gegend von Rakka und im Westen von Kobanê gibt es aber auch viele Verletzte und auch Opfer.

 

? Was für medizinische Hilfe wird vor allem gebraucht?

Dr. A.: Für das Gesundheitszentrum werden noch bestimmte Geräte benötigt. Für die Gesundheitseinrichtungen in Kobanê fehlen noch eine große Röntgenanlage, eine Endoskopie- und Laparaskopie-Einrichtung und vor allem chirurgisches Material, Narkosemittel und Medikamente – und natürlich auch Ärzte!

 

 

 

Was will „Medizin für Rojava“?

Medizin für Rojava“ ist eine Arbeitsgruppe in der gemeinnützigen internationalen Hilfsorganisation „Solidarität International e.V.“ (SI).

Sie hat sich 2015 gegründet. Ihr Ziel ist es, das von den ICOR-Brigaden errichtete Gesundheitszentrum in Kobanê medizinisch vollständig auszurüsten, mit dem Aufbau der Gesundheitsversorgung das demokratische Rojava/Nordsyrien zu fördern und damit Fluchtursachen zu bekämpfen.

Die Einrichtung des Gesundheitszentrums konnte dank der überwältigenden Unterstützung durch Hunderte Ärzte, Beschäftigte des Gesundheitswesens, Studenten und weitere engagierte Bürger erreicht werden. Jetzt steht die Hilfe beim Start des Gesundheitszentrums, bei der Versorgung mit Medikamenten und speziellen Geräten, gegebenenfalls auch für andere Gesundheitseinrichtung in Kobane und Rojava im Vordergrund. Sobald es die Bedingungen zulassen, sollen auch Ärzte und andere Fachkräfte zu Einsätzen nach Kobane geschickt werden. Mehrere Aktivisten von „Medizin für Rojava“ haben sich schon dazu bereit erklärt!

 

Sie möchten mitarbeiten oder uns unterstützen? Das können Sie tun:

Sie können Mitglied werden bei „Solidarität International - SI“ (www.solidaritaet-international.de). Sie können Spenden und neue Spender gewinnen. (Bestellung unserer Flyer bei Anna Sagemann: anna.sagemann@gmx.de) Wir brauchen Grafiker u.a. für die Erstellung unserer Rundbriefe und Fachkundige zur Pflege der Homepage etc..

Sie können Öffentlichkeitsarbeit vor Ort machen (Veranstaltungen, Leserbriefe, Pressearbeit). Sie können mit uns den nächsten Transport nach Rojava vorbereiten oder mitmachen bei der Sprecherarbeit. Wir freuen uns über jede Unterstützung, Verbesserungsvorschläge und Kritik. Bitten senden Sie eine kurze Rückmeldung, wenn Sie „Medizin für Rojava“ unterstützen möchten. Am besten per E-Mail an:

Dr. Willi Mast, Schulz-Briesen Str.3, 45884 Gelsenkirchen, Tel.: 0209-139848,

willi-mast@arcor.de


 

Infos und Wichtiges in Kürze

 

Medizinische Hilfe für Rojava geht weiter

Sobald wie möglich soll ein weiterer Hilfstransport für das Gesundheitszentrum und andere Gesundheitseinrichtungen nach Rojava fahren. Vor allem Narkosemittel, chirurgisch-orthopädisches OP-Material und ein Gerät zur Bauchspiegelung werden gebraucht.

 

Erfolgreiches Solidaritäts-Fest in Witten

3.400,- Euro für „Medizin für Rojava“ - das war das tolle Ergebnis des Solidaritätsfestes in Witten im Mai. Die Künstler verzichteten auf ihre Gage und viele Aktive von ICOR, von „Solidarität International“ und vom Wahlbündnis „AUF Witten“ trugen zu dem Erfolg bei. Vielen Dank an Zülfi und viele andere, die dazu beigetragen haben!

 

Koordinierung der Zusammenarbeit in der Rojava-Solidarität

Anfang Juni trafen sich in Köln zum zweiten Mal Initiativen, die humanitäre Hilfe für Schulen und Gesundheitseinrichtungen in Rojava leisten. Der Aufbau des Gesundheitszentrums fand große Anerkennung. Es wurde auch eine Zusammenarbeit von Initiativen mit interessierten NGOs wie Medico International vereinbart.

 

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Medizin für Rojava