Info März 2016 - „Medizin für Rojava“ fordert: Öffnet die Grenze nach Rojava für humanitäre Hilfe!

Im Dezember vergangenen Jahres hat die Initiative „Medizin für Rojava“ hochwertiges medizinisches Gerät nach Kobanê/Nordsyrien gebracht (wir berichteten). Inzwischen hat der Kurdische Rote Halbmond alles in das Gesundheitszentrum überführt.

Mittlerweile sollte längst ein zweiter LKW mit weiteren Geräten in Kobanê angekommen sein. Doch er kann nicht starten, weil die Türkei die Grenze geschlossen hält. Anstelle von Aufbauhilfe gibt es eine rigorose Blockade: Nichts geht mehr! Hilfsgüter für den Aufbau Rojavas werden gestoppt und Aufbauhelfer gewaltsam am Grenzübertritt gehindert. Den Menschen in Rojava/Nordsyrien droht eine Katastrophe. Ärzte in Kobanê berichten von Todesfällen infolge fehlender Medikamente.

Humanitäre Hilfe statt Bomben!

Rojavas Bevölkerung braucht jetzt Hilfe. Gemeinsam mit vielen anderen Organisationen fordern wir die Öffnung der Grenze für einen humanitären Korridor! Doch die türkische Erdogan-Regierung will ein demokratisches und freies Rojava mit Frauenrechten, Umweltschutz und Religionsfreiheit verhindern - und findet offenbar Unterstützung bei der Bundesregierung. Im Südosten der Türkei geht türkisches Militär mit schweren Waffen gegen die überwiegend kurdische Bevölkerung vor. Es gab Hunderte Tote und Verletzte. Türkische Militärflugzeuge haben kurdische Gebiete im Nordirak bombardiert.

Unsere Partner in Kobanê berichten, dass sich die „Lage grundlegend ändert“. Sie befürchten einen Angriff und Einmarsch türkischer Militärs in Rojava und Kobanê. Die Bevölkerung Rojavas braucht jetzt Hilfe für den Aufbau des Landes –

und keine Invasion und Bomben. Deshalb sagen wir: Hände weg von Rojava!

 

Dank an alle Spender – jetzt die Geldsammlung fortführen!

Innerhalb weniger Monate haben internationale Aufbauhelfer der ICOR mit Arbeitern in Kobanê das Gesundheitszentrum errichtet. Auf ca. 700 m² wird es der Bevölkerung eine vielseitige Grundversorgung sichern - mit allgemeinmedizinischen, internistischen, gynäkologisch-geburtshilflichen und chirurgischen Behandlungsplätzen, mit Röntgendiagnostik und Labor, mit HNO-, Augen-, orthopädischer und zahnmedizinischer Ausstattung. Die „Initiative Medizin für Rojava“ ist eine Arbeitsgruppe von „Solidarität Internationale.V.“ Sie besteht aus Ärzten, Apothekern, Beschäftigten des Gesundheitswesens sowie Studierenden und hat die Verantwortung für die gesamte Ausstattung des Zentrums übernommen.

Vielen Dank an dieser Stelle an die Einzelpersonen, Krankenhäuser, Firmen, Arztpraxen und kirchlichen Gemeinden, die mit ihren Sach-und Geldspenden diese Hilfe ermöglichten.Sie haben diese gute Ausstattung möglich gemacht.Solange jetzt der Zugang nach Rojava gesperrt ist, müssen wir unsere Hilfsaktion auf Geldspenden konzentrieren. Um das Gesundheitszentrum unter jetzt extrem erschwerten Bedingungen in Betrieb nehmen zu können, hat „Medizin für Rojava“ 10.000 Euro aus seinen Spendengeldern für die Betriebsaufnahme benötigte Klimageräte zur Verfügung gestellt. Bei uns gilt: jeder Euro und Cent geht ohne Abzug vor Ort!

In den vergangenen Wochen wurde weiter wertvolles Material gespendet, u.a. ein Röntgengerät, eine Endoskopie-Einrichtung, eine krankengymnastische Behandlungs-und eine Laboreinheit. All das ist sicher in Deutschland gelagert. Sobald es möglich ist, wird es auf den Weg gebracht.

Wir werden Sie über die weitere Entwicklung auf unserer Homepage informieren.

 

 

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
Medizin für Rojava